Gunter Dlabal

1. Vizepräsident des Deutschen Trachtenverbandes;
1. Vorsitzender des Südwestdeutschen Gauverbandes der Heimat- und Trachtenvereine, Sitz Stuttgart

 

Gunter Dlabal

 

Heimat? Das ist mehr als Trachtenverein!

 

Rückblickend können wir feststellen, dass der, der kein Eigentum, keine Heimat besaß, noch im 19. Jahrhundert die Hochzeit verwehrt wurde. So heißt es im württembergischen Bürgerrechts-Gesetz vom 04. Dezember 1833:

 

Ein Gemeindebürger hat sich vor seiner Verehelichung gegen die Gemeindeobrigkeit über einen gewissen Nahrungsstand auszuweisen…………….. Die Zulänglichkeit des Vermögens wird mit Berücksichtigung der verschiedenen persönlichen und örtlichen Verhältnisse im einzelnen Falle bemessen.

 

Im Jahre 1897 wurde Heimat dann so definiert:

 

Bezeichnung für den Geburtsort, auch für den Ort, wo jemand sein Heim, d.h. seine Wohnung hat. In der Rechtssprache versteht man unter Heimat (Heimatrecht) die Ortsangehörigkeit oder Gemeindeangehörigkeit einer Person, welche nicht ohne weiteres mit dem Gemeindebürgerrecht zusammenfällt, in dem das Heimatrecht an und für sich nur ein Einwohner- (Einsaßen-Gemeindegenossen-) Recht ist. Auch die Staatsangehörigkeit wird Heimatrecht genannt.

 

Neuerdings wird der Ausdruck Heimat auch gleichbedeutend mit Unterstützungswohnsitz gebraucht, obgleich dies zwei ganz verschiedene Begriffe sind.

 

Nach Wendlingen als Fremde gekommen, haben sich die Egerländer Heimatvertriebenen sehr schnell in das bestehende Gemeindeleben vor Ort eingebracht und mit ihrem Vinzenzifest ein Stück neue Kultur mit nach Wendlingen an den Neckar gebracht. Das sehr gute Miteinander zeigte sich auch sehr schnell mit der aktiven Zusammenarbeit des Südwestdeutschen Gauverbandes der Heimat- und Trachtenvereine. Gemeinsam begehen wir nun seit über 6 Jahrzehnten das Vinzenzifest, den Birnensonntag, am letzten Sonntag im August.

Neue Heimat, ja für die nachfolgenden Generationen ist Wendlingen bereits ihr Geburtsort, die Egerländer Gmoin als Zusammenschluss der Heimatvertriebenen aus dem Raum Eger und Umgebung hat Wendlingen in den über 6 Jahrzehnten mit geprägt und mit dem Vinzenzifest auch kulturell sehr bereichert.

 

Da sich in der heutigen Zeit Flucht und Vertreibung in vielfacher Art und Weise in einer globalisierten Welt wiederholen, kann das Vinzenzifest auch für Integration, gemeinsame kulturelle Zusammenarbeit, Solidarität und Toleranz stehen.

 

Den Festgästen, Bürgerinnen und Bürgern von Wendlingen am Neckar und allen, die in friedvoller Absicht aus Nah und Fern an dem Festgeschehen teilnehmen, wünschen wir ein frohes, harmonisches Fest. Neue Freundschaften zu beginnen, aber auch bewährte Freundschaften neu zu beleben war und ist immer noch ein wesentlicher Bestandteil des Festes. Dies soll während der Festtage unser aller Ziel sein.

 

Treu unser aller Heimat

 

(gez.)

 

Gunter Dlabal