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Ausstellung „Historische Dachstühle – Das Phänomen von Eger“

31.07.2017

Reise durch die Jahrhunderte – 14. bis 20. Jahrhundert

 

Vertreter der Stadt Eger besuchen jedes Jahr das Vinzenzifest und beteiligen sich aktiv am Programm: Beispielsweise bei den Festsitzungen des Patenschaftsrates wird über die neuesten Aktivitäten in Sachen tschechisch-deutscher Verständigung genauso berichtet wie über Entwicklungen in der Stadt Eger (Cheb).

 

In diesem Jahr freuen wir uns sehr, dass wir zusätzlich die Ausstellung „Historische Dachstühle – Das Phänomen von Eger“ zeigen dürfen. Die Ausstellung wird im Großen Saal im Treffpunkt Stadtmitte zu sehen sein.

 

Unter den schiefen Dächern der Patrizierhäuser, die den Hauptplatz von Eger (Cheb) umgeben, verbirgt sich ein jüngst entdecktes Denkmal vom hohen historischen Wert. Es handelt sich um die Dachstühle – die in verschiedenen Zeitaltern konstruierten gezimmerten Konstruktionen, die das Dach tragen. Diese belegen das hohe Niveau der Handwerkskunst, der geometrischen und Konstruktionsimagination in der Zeitspanne von mindestens sechs Jahrhunderten.

 

Der Denkmalwert eines Dachstuhls ist durch sein Alter, den Erhaltungszustand und die Seltenheit seines Vorhandenseins bestimmt. Das dokumentierte Ensemble der Patrizierhäuser-Dachstühle in Eger (Cheb) ordnet Eger (Cheb) in dieser Kategorie vor alle anderen historischen Städte Tschechiens ein und bedeutet sogar eine der Spitzenpositionen innerhalb von ganz Europa.

 

Ab Mai 2017 bietet Eger (Cheb) - als die einzige Stadt Tschechiens - eine ständige Möglichkeit zur Besichtigung der historischen Dachstühle an.

Im vorigen Jahre ist es gelungen zu beweisen, dass Eger (Cheb) nicht nur aus dem Blickpunkt seiner Geschichte, sondern auch aus jenem der erhaltenen historischen Denkmäler eine außerordentliche Stadt darstellt. Aus der Initiative der Angestellten des Stadtamts Eger (Cheb) und der Vertreter des Nationalinstituts für Denkmalpflege in Loket (Elbogen) führte man die Untersuchung der historischen Dachstühle der im Besitz der Stadt befindlichen, den Ring (Náměstí krále Jiřího z Poděbrad/Platz des Königs Georg von Poděbrad) umgebenden Häuser durch. Obwohl man dank der Stadtgeschichte und der Gestalt mehrstöckiger Patrizierhäuser eine mögliche Erhaltung von historischen Dachkonstruktionen voraussetzte, haben die erworbenen Erkenntnisse jede Erwartung weit übertroffen. Man identifizierte mindestens zwölf mittelalterliche, zwanzig renaissance- und barockzeitige Dachstühle und mehr als zwanzig Werke aus den späteren Perioden. Mehrere unter ihnen stellen die ältesten Vertreter des Typs auf dem Gebiet Tschechiens oder die aus dem Blickpunkt der handwerklichen Ausführung, Größe oder des Maßstabs außerordentlichen Zimmerwerke dar. Interessant ist z. B. die jüngst erfolgte Feststellung, dass die Dachstühle der Häuser der ganzen östlichen Hälfte des Stöckls, die bislang allgemein für neuzeitig aus der Assanierungsperiode der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts gehalten waren, in der spätmittelalterlichen Gestalt und Masse erhalten sind. Die durchgeführte Untersuchung hat die schon außerordentliche Bedeutung der Stadt Eger (Cheb) im Kontext der ganzen Tschechischen Republik erhoben. In keiner anderen Stadt Tschechiens ist ein so buntes und dabei kompaktes Ensemble historischer Dachstühle erhalten. Die Dachstühle von Eger (Cheb) sind mit ihrer Bedeutung mit denen aus lediglich wenigen historischen Städten Westeuropas vergleichbar.

 

Quelle und weitere Informationen: http://www.historickycheb.cz/de/ueber-uns